„Èric und der Orden des Phoenix“
Morgen, am 11. September, wird der Nationaltag Kataloniens gefeiert (den Rest der Welt erinnert dieses Datum wohl eher an einen anderen traurigen Anlass…), und ich möchte das hier mal nutzen, um mich über etwas auszulassen, das zur Zeit in allen Medien Kataloniens behandelt wird, und uns wieder einmal mehr zeigt, dass Zapateros „demokratisches“ Spanien noch einiges dazu lernen muss, um sich wirklich so nennen zu dürfen. Hier also die Story: Ein katalanischer Junge, Èric Bertran, im Alter von 14 JAHREN wurde in Spanien des Terrorismus angeklagt, weil er an die Supermarktkette „DIA“ eine E-Mail mit der Bitte geschickt hat, alle Etikette ihrer Produkte auf katalanisch zu ändern. Die E-Mail unterschrieb er mit „Èric und der Orden des Phoenix“, inspiriert durch das Buch Harry Potter. Gleich darauf wurde Eric von der Guardia Civil aufgesucht und verhört (die spanische Polizei, die auch schon zu Francos Zeiten arbeitete… könnt Ihr Euch vorstellen, dass die deutsche Polizei heute weiterhin Gestapo oder SS hieße, und die gleichen Leute ohne jeglichen Strafen ihren Laufbahnen nach der Diktatur fortgeführt hätten… möchte natürlich nicht verneinen, dass das bei einigen Nazis schon der Fall war, aber dennoch, den Namen könnten sie jawohl ändern, oder?!). Die Guardia Civil also beschlagnahmte den Computer des Jungen, und kurz darauf wurde Èric - des Terrorismus angeklagt - beim Gericht in Madrid vorgeladen. Wären nicht zahlreiche katalanische Politiker gekommen, um dem Jungen (oder fast noch Kind…) beizustehen, wäre er von der spanischen Justiz zu acht Jahren „Haft“ verurteilt worden (wäre in so eine Art Erziehungsinternat gekommen). Die Familie Èrics hat das alles nun in Straßburg beim Europäischen Gerichtshof für Menscherechte und bei der UN-Menschrechtskommission angeklagt. Selbst Noam Chomsky hat sich von weither in die spanisch-katalanische Sache eingemischt, das Vorgehen der Spanier beklagt und gemeint, dass dieser Fall international bekannt werden müsse. Das so moderne Spanien zeigt mal wieder, dass es sich in den letzten dreißig Jahren nicht wirklich von den Standpunkten der Franco-Diktatur wegbewegt hat, und die katalanische Sprache noch immer ungern gesehen bis „verboten“ ist. Viele Spanier denken weiterhin, dass die Katalanen „extra“ katalanisch sprechen, vielleicht, um die anderen zu ärgern, damit die anderen sie nicht verstehen (sind wir hier im Kindergarten???!!!). Es ist nur ganz einfach so, dass katalanisch die Muttersprache der Katalanen ist, sowie französisch der Franzosen oder Deutsch der Deutschen, und man fühlt sich immer am wohlsten in seiner eigenen Sprache, oder etwa nicht?! Hier ein Bericht dazu !
