Astrologie in der Antike
In meinem letzten Beitrag haben wir gesehen, dass die Astrologie der Chaldäer eine religiöse Bedeutung hatte. Die Ägypter nutzten die Astrologie als Berechnungsmethode für den jährlichen Nil-Zyklus. Und so ging es weiter:
Um 500 vor J.C. verbreitete sich die Astrologie nach Griechenland. Pythagoras studierte während seines 8-jährigen Aufenthalts in Mesopotamien u.a. auch die Astrologie. Er änderte aber grundlegend den Ansatz: Er wollte nicht, dass der Mensch nur ein Spielzeug in den Händen der Götter bleibt. Dies ergab, dass die Astrologie ihren religiösen Charakter ein bißchen verlor und wurde somit volksnäher. Um 400 vor J.C. wurde der Himmel in 12 Sternzeichen geteilt und kurz darauf entstand das erste individuelle Horoskop. Die Griechen arbeiteten daran, die Astrologie zu strukturieren. Hippokrates hat dazu beigetragen, dass die Astrologie einer der Grundlagen der Medizin wird - gekoppelt mit der Theorie der vier Elemente (Feuer, Erde, Wasser und Luft). Mit Platons Auffassung der Astrologie kommt der Ansatz, dass der Mensch im Dienste der Götter stünde (im Gegensatz zu den Babyloniern, die der Mensch als Okjekt der Götter sahen). Die Griechen haben bis zur Geburt Christi daran gearbeitet, dass die Astrologie weiter entwickelt und verfeinert wurde. Z.B. die erste Theorie über die Mondphasen, das Festhalten der Sternenkonstellationen mit politischen oder natürlichen Ereignissen. Schon damals entstand die heliozentrische Theorie des Sonnensystems (!) oder die Präzession der Equinoxe (= Tag- und Nachtgleiche).
Im Antiken Rom spielte zunächst die Astrologie eine kleinere Rolle - man pflegte eher, aus dem Lesen von Tiereingeweiden die Zukunft vorherzusagen - bis die Römischen Consule und Kaiser sie zu militärischen und kriegerischen Zwecken studierten und angewandt haben. So verlor die Astrologie ihren religiösen Bezug und wurde noch klarer definiert. Die damaligen Astrologen haben dazu beigetragen - weil die Astrologie immer beliebter wurde - diese weiterzuentwickeln, da sie eine immer größere politische, vor allem militärische Rolle spielte. Um 140 nach J.C. hat Ptolemeus in seinem Werk Tetrabiblios die Grundlagen der modernen westlichen Astrologie festgehalten. Diese Astrologie, also von den Chadäern stammend, und die chinesiche Astrologie (entstanden um 2000 vor Christi) sind die einzigen Astrologieformen, die bis heute noch bekannt sind und praktiziert werden.

Am 13. Dezember 2007 um 21:36 Uhr
[…] esoterischen Bereich ist die Chinesische Astrologie die älteste übermittelte […]