Brunnen bohren - Eine Wissenschaft für sich…Jörg gibt nicht auf!

Wie ich euch letzte Woche mitteilte, probierten wir vergangenen Samstag einen Brunnen zu bohren bzw. zu bauen & bohren. Was soll ich sagen, dieser Brunnen raubt mir den letzten Nerv, zudem wissen wir seit Samstag, warum alle Nachbarn keinen Brunnen besitzen. Mehr dazu später…

Um einen Brunnen zu bohren benötigt man ein Bohrgestänge das am unteren Ende einen Bohrkopf (Geformt wie ein Gewinde, nur größer) montiert hat. Breite des Bohrkopfes ca. 130 mm damit wir nach erfolgter Bohrung ein Rohr von ca. 125 mm in den Boden treiben können.  Wir fingen also an, mit körperlichem Einsatz den Bohrkopf in den Boden zu drehen und die dabei gelöste Erde abzutransportieren. In der ersten halben Stunde hatten wir gute 1,5 m geschafft. (Diese Arbeit machten wir zu zweit, mein Freund Patrick und Ich.) Normalerweise geht man durch verschiedene Bodenschichten. Folgende Reihenfolge durchläuft man: Muttererde, Lehm, Sand, Kies und dann ist man im Grundwasser.

Nach besagten 1,5 m stellte sich uns das erste Problem in den Weg. Während des bohrens bemerkten wir das wir über etwas hartes schleifen würden und das wir den Bohrer nicht weiter runter bekamen. Also zogen wir den Bohrer samt Gestänge aus dem Bohrloch um nachzuschauen, was sich uns in den Weg stellte. Das was wir sahen, wenn man in so einem kleinen Erdloch von “sehen” sprechen kann :-), war ein großer Stein der aus der Wand in unser Bohrloch ragte. Wir wussten, dass wir diesen Stein erst einmal entfernen mußten um weiter arbeiten zu können. Also fingen wir an, eine Spitzhacke aus Metall an einem Seil in das Erdloch fallen zu lassen um den Stein zu zerschlagen. Dieses dauerte ca. 1 Stunde. Danach bohrten wir weiter. Wir stießen kurz danach auf eine Lehmschicht die ca. 2,80 - 3,00 m dick war. Die Konsistenz des Lehms ähnelte einem wirklich harten Stein oder einem harten Fließenkleber durch den man kaum hindurch kam. Für die gesamte Lehmschicht benötigten wir knapp 4 Stunden. Unfassbar wenn man bedenkt wie schnell wir zu Anfang waren.

Nach dieser harten Arbeitszeit stellte sich uns ein Problem in den Weg mit dem niemand gerechnet hätte! Wir trafen auf eine Schutt/Stein Ablagerung, dachten wir. :-)  Tja,leider war es eine Keramik und Marmor Ablagerung. Patrick und ich hatten ab dem Moment nur die Aufgabe diese Ablagerungen mit einer 5 m langen Brechstange zu zerschlagen. Dieses dauerte pro cm Tiefe ca. 5 Minuten. Hämmern und schlagen - Hämmern und Schlagen… Zum Feierabend hin, waren wir dann ca. 25 cm tiefer gekommen. An diesem Punkt haben wir dann Feierabend nach knapp 8 Std. Bohrzeit gemacht und uns auf nächsten Samstag vertagt. Nach Rücksprache mit dem Hausherren und den Nachbarn auf der Straße, haben wir erfahren, dass früher mal auf diesem Grundstück in dem Stadtteil, eine Tonfabrik gestanden hatte. Wir vermuten daher, das wir bis zum eigentlichen Grundwasser noch knapp 1 bis 1,5 m durch diese Schuttablagerungen müssen. Dieses würde bedeuten, das wir in jedem Fall nochmals 8 Stunden wie im Steinbruch werken werden.

Schönen Tag noch, bis bald. Mehr Info´s nächste Woche.

Einen Kommentar schreiben