Burnout
Nun ist sie also endgültig erloschen, nachdem sie im April bereits verloschen ist (siehe auch http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2508735 ). Die Rede ist von der Fackel und dem Feuer das die Spiele in Peking begleitet hat und die gestern zu Ende gingen.
Sowohl die Eröffnungsfeierlichkeiten als auch die gestrige Schlussfeier, waren perfekt und beeindruckend inszeniert.
Was mir – als im Ausland wohnender Deutscher – mal wieder aufgefallen ist, ist die Art und Weise der Berichterstattung im deutschen Fernsehen.
U.a. fragte der Moderator einen Studiogast aufgrund des „schlechten Abschneidens der deutschen Teams“ ob „man denn 2012 in London den seit Barcelona zu bemerkenden Abwärtstrend aufhalten könne“?
Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. Vor Beginn der Spiele wollte man Platz 6 im Medaillenspiegel erreichen, geworden ist es Platz 5, ein Platz besser als der 4 Jahre zuvor erreichte sechste Platz in Athen, direkt vor uns das bevölkerungsreichste Land der Erde und Gastgeber China, die Vereinigten Staaten, Russland und das Vereinigte Königreich und Gastgeber 2012. Allesamt grosse Sportnationen. Während der Spiele in Turin war es sogar der erste Platz.
Ich habe oft den Eindruck dass man einfach etwas zerreden muss, um des Zerreden Willens nicht wegen der Sache an sich. Im Angelsächsischen Sprachraum gibt es den Begriff German Angst (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/German_Angst ) und Weltschmerz.
Hätten die französischen Athleten (erreicht hat die Grande Nation Platz 10) das Ergebnis der deutschen Equipe erreicht – ich bin mir sicher – Frankreich hätte seit gestern einen neuen Nationalfeiertag. ;-)
Ich freue mich auf die Spiele in London. Sicherlich werden sie anders werden – europäischer & „lockerer“. Der Auftritt des Londoner Bürgermeisters gestern in Peking liess dies schon erahnen. Was sich allerdings nicht ändern wird, ist die Art und Weise der Berichterstattung.Deutschland wird wieder „nur Platz XYZ“ erreichen, egal welche Placierung der Medaillenspiegel auch belegt wird.

Am 25. August 2008 um 23:13 Uhr
Ja, finde ich gut beobachtet. Die Germans müssen halt immer die Besten sein, sonst werden sie gleich ganz schlimm depri.
Am 26. August 2008 um 20:26 Uhr
Gratulation zu Ihrem Artikel! Was Sie ansprechen in Sachen ‘German Angst’ entspricht meiner Ansicht nach Saturn im 6. Haus: Wir Deutschen haben eine starke Neigung, aus Sicherheits- (und somit Angstgründen) etwas so lange zu zerreden und zu zerlegen, bis es schlicht ‘im Eimer ist’. Diese Entstellung speist unsere Kleinbürgerlichkeit und ängstliche Zaghaftigkeit. Der damit einhergehende Perfektionismus lässt nur olympische Ränge zu, die von Sportfunktionären vorher für erreichbar gehalten wurden. Liegt die Platzierung darunter, “war Olympia nix wert”. Überkritisch ist auch eines der deutschen Eigenschaften; passt wiederum auf Jungfrau / Haus 6.
Beste Grüsse
Gerhard Miller
Am 27. August 2008 um 12:24 Uhr
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