Das Belline Orakel
Diese Karten zu Wahrsagezwecken werden hauptsächlich in Frankreich benutzt, wo sie neben den Tarot-Karten und der Lenormandkarten ihren Platz gefunden haben, obwohl sie im Vergleich zu beiden anderen ein recht junges Kartenset sind.
Diese Karten sind 1950 in Paris vom Hellseher Belline entworfen. Belline, der sich in den Jahren 1950-1980 durch seine Vorhersagen (vor allem in den Bereichen Sport und Politik) einen Namen gemacht hat, bekam eines Tages von einer seiner Kundinnen Unterlagen, denen er zuerst kein Interesse schenkte. Nur weil diese Kundin Nachdruck darauf legte, dass er sich diese Unterlagen näher anschaute, stellte er fest, diese stammen vom berühmten Hellseher Edmond, einem der größten Hellseher im 19. Jahrhundert. Edmond – auch der „Magier Edmond“ genannt – gilt als Nachfolger von Mademoiselle Lenormand, die durch ihre Karten wohl bekannt ist. Edmond war der Hellseher von vielen französischen Persönlichkeiten seinerzeit (Alexandre Dumas, Napoléon III., Victor Hugo, etc.).
So wie der Zufall ist, wohnte die Kundin von Belline im selben Haus wie Edmond 100 Jahre zuvor und fand die Unterlagen beim Umzug, als sie den Speicher ausmistete. Belline, der nur ein paar Häuser weiter wohnte, studierte die Unterlagen und veröffentlichte 1966 die daraus entstandenen Karten unter dem Namen „Oracle de Belline“.
1863 wurde das Buch von Paul Christian „L’homme rouge des Tuileries“ veröffentlicht, in dem die Arkanen erläutert wurden. Zwei Jahre später basierte sich Edmond auf dieses Buch, um seine Karten zu entwerfen, die eine Mischung aus den Tarot-Karten und den Karten des ersten Spiels Etteila sind.
Das Belline-Orakel besteht aus 52 Karten, unterteilt in 7 Gruppen (eine pro Planet) von 7 Karten. Dazu kommen 3 Karten (der Schlüssel, das Bild des Mannes und das Bild der Frau) hinzu.
Das Belline-Orakel wird in Kreuzmuster gelegt: 4 gezogene Karten werden als Kreuz gelegt und in der Mitte kommt eine 5. Karte:
- Die erste gezogene Arkane-Karte wird links vom Kartenleger gelegt und weist auf eine bejahende Aussage hin (Ausdruck der Qualität, der Orientierung oder der zu erwartenden Hilfe)
- Die zweite gezogene Arkane-Karte wird rechts vom Kartenleger gelegt und weist auf eine negative Aussage hin (Ausdruck des Ungünstigen, der Schwierigkeiten, der Gefahr oder der Sorgen)
- Die dritte gezogene Arkane-Karte wird vor dem Kartenleger (eher weiter weg) gelegt und weist auf das Gesprächsthema hin (Diese Karte ist der Richter, der den Weg zeigt)
- Die vierte gezogene Arkane-Karte wird vor dem Kartenleger (eher nah) gelegt und weist auf die Lösung hin (Diese Karte ist das Urteil, die die Lösung einleitet)
- Die fünfte gezogene Arkane-Karte wird in der Mitte gelegt und fasst das Beratungsthema zusammen.
Jede Karte hat eine Funktion: Die 1. und die 2. haben eine beschreibende Funktion, die 3. und die 4. eine vorhersagende Funktion.
Das Belline-Orakel ist ein mächtiges Kartenset, denn er beinhaltet 2756 möglichen Kartenkombinationen für die Interpretation.

Am 5. Oktober 2008 um 16:20 Uhr
Lieber Schreiber,
deine Geschichte stimmt leider nicht.
Belline hat sich mit Hilfe eines Zufallsfunds der Karten bemächtigt und damit das Erbe einer hochinteressanten Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts an sich gerissen.
Belline – eigentlicher Name Forget – bekam sogar von einem großen Pariser Museum ein eigenes Kabinett im Museum eingerichtet.
Er hat diesen Karten gemeinsam mit den Cartiers Grimaud dann seinen eigenen Künstlernamen als Wahrsager verliehen – in goldenen Lettern auf einer schwarzen Schatulle. Nennt man das nicht Plagiat?
Belline hat vermutlich ebenfalls die Notizen Edmonds an sich genommen und der Fundort, der Speicher war ganz sicher nicht in Paris – sondern tief in der Bourgogne.
Es gibt noch weit mehr über den Magier Edmond zu erzählen.
Bald mehr darüber….