Das Leben des Dalai Lama
Für die einen ist der Dalai Lama eine religiöse Lichtgestalt, für die anderen eine von der weltpolitischen Bühne nicht wegzudenkende Persönlichkeit. Da die Tibeter davon ausgehen, dass ein verstorbener Dalai Lama immer wieder geboren wird, machen sich Mönche nach dem Tode eines Dalai Lama auf die Suche nach seiner Reinkarnation. Da diese angeblich schon als Kleinkind typische Merkmale aufweist, meinen sie, anhand verschiedener Aufgaben das richtige Kind zu finden.
Bei dem 1935 im tibetischen Dorf Taktser geborenen Lhamo Dhondrub waren sie sich ganz sicher, nachdem dieser persönliche Gegenstände seines Vorgängers sofort erkannt hatte. Als Reinkarnation des 1933 verblichenen 13. Dalai Lama wurde der Knabe 1940 in die Hauptstadt Lhasa gebracht und zum 14. Dalai Lama geweiht.
Nach der Besetzung Tibets durch die Chinesen im Jahre 1950 wurde dem damals Fünfzehnjährigen auch die weltliche Herrschaft übertragen, doch seit damals versucht er vergebens, einen Frieden auszuhandeln und die Autonomie Tibets zu erreichen. 1959 musste er deshalb nach Indien fliehen: Dharamsala ist seither der Sitz der Exilregierung. Auch wenn seine politischen Anstrengungen bisher zu keinem Ergebnis führten, wurde der Friedensnobelpreisträger dennoch zu einer Symbolfigur für Güte und Weisheit.
