Der Fall Marco

Der Fall Marco hatte in den letzten Monaten in Deutschland und darüber hinaus für Schlagzeilen gesorgt.
Der 17-jährige Schüler Marco W. aus Uelzen hatte mit seinen Eltern im April Osterurlaub in der Türkei gemacht. Dort lernte er die junge Engländerin Charlotte kennen. Die beiden jungen Leute kamen sich im Urlaub näher und hatten Sex miteinander.

Kurze Zeit später erstattet die Mutter vom Mädchen Strafanzeige gegen Marco wegen sexuellen Missbrauchs an einer Minderjährigen. Laut Aussage von Marco hatte sie ihm gesagt, sie sei 15 Jahre alt. Erst nach der Anzeige stellte sich für Marco heraus, das Charlotte erst 13 Jahre alt ist. Marco wurde festgenommen und kam in Antalya in Untersuchungshaft. Er bestreitet den Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft in Antalya hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Deutschen eingeleitet. Erst Mitte Juni kommt der Fall in Deutschland an die Öffentlichkeit. Auch dann schaltet sich die Bundesregierung ein und fordert die Türkei offiziell auf, den Jungen aus der Haft zu entlassen.

Der Prozess hatte im Juli begonnen, da war Marco schon 3 Monate in Untersuchungshaft. Im August dann wurde das englische Mädchen von einem Frauenarzt untersucht, der daraufhin bestätigte, sie sei noch Jungfrau. Dennoch verblieb Marco weiterhin in Haft. Immer wieder wird der Anfang des Prozesses vertagt, manchmal ohne Angabe von Gründen. Obwohl mehrfach von internationaler Seite versucht wurde, den Prozess endlich fortzuführen, bewegte sich überhaupt nichts. Es wurde viel gesprochen über die Trennung der staatlichen Gewalt von der ausführenden Macht, jedoch verblieb Marco immer noch in Haft. Sogar Marcos Verteidiger legen Beschwerde gegen die Entscheidung des Gerichts zur Fortdauer der Untersuchungshaft ein, auch eine Haftbeschwerde wird vom Gericht in Antalya zurückgewiesen.

Marco W. muss in Haft bleiben. Sein neuer Anwalt will dagegen Beschwerde einlegen und bei einer Ablehnung den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anrufen. Auch die EU-Kommission für Menschenrechte verfolgt den Fall sehr genau bezüglich der Verletzung seiner Grundrechte.
Dann endlich die überraschende Wende: Mitte Dezember wird Marco W. aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Prozess wird aber fortgesetzt. Inzwischen ist auch die Beschwerde des Anwalts beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der langen Dauer der Untersuchungshaft eingegangen.

Wie dieser Fall ausgehen wird? Vielleicht steht es in den Sternen??

4 Reaktionen zu “Der Fall Marco”

  1. Luftgucker

    Was sich ganz Deutschland und auch andere Länder dort angucken mussten ist nicht in Worte zu fassen.
    Marco, dem zwar ein Verbrechen vorgeworfen wurde, gegen das jedoch viele Indizien sprachen, solange zu inhaftieren, ist nicht nur Menschenverachtend, sondern eine regelrechte Pleite der Justiz.

  2. WoW

    Heute konnte man lesen das er sich dem nahenden Prozess im April stellen wird.

  3. Marco - "Schlag ins Gesicht von Missbrauchsopfern"? » Marco W., Weiss, Weißer Ring, Missbrauchsopfer, Mädchen

    [...] Freilassung von Marco W. ( =" Weiss", weiß ja eh jeder) hat hohe Wellen geschlagen. Die Opfer-Vereinigung [...]

  4. Jürgen

    Hallo,

    mih macht es nachdenklich, dass noch immer Dutzende andere irgendwo im Ausland unschuldig inhaftiert sind. Marco hatte das Glück, dass die Presse auf ihn aufmerksam wurde. Während andere zu Weihnachten nicht einmal ein warmes Essen bekommen, hat Marco 100.000 Euro von RTL erhalten…

    Jürgen

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