Die arabische Astrologie
Die arabischen Horoskope, die von den Sumerern stammen, sind zur Zeit der großen astrologischen Arbeiten im Norden Arabiens entstanden, genauer gesagt in Mesopotamien zwischen den Flüssen Tigris und Euphrat. Von da aus verbreiteten sie sich über den ganzen Mittelmeerraum, bis sie im frühen Mittelalter verschwanden. Nur in Sizilien, das bis zum 11. Jahrhundert von den Arabern besetzt war, wurden sie weiter verwendet. Heutzutage können wir diese geheimnisvollen Horoskope nur dank der mündlichen Überlieferungen erneut interpretieren, denn schriftliche Beweise über sie gibt es kaum.
Die Grundlage der arabischen Horoskope ist der Gedanke, dass das Leben ein Kampf ist, deshalb werden wir im Zeichen einer Waffe geboren. Diese Waffe ist sowohl das Symbol unseres Verhaltens im Leben als auch ein Talisman im Bezug auf ihre Kraft und ihre Schussweite.
Ein arabisches Horoskop zeigt immer die Entwicklung, die eine Person seit der Geburt gemacht hat. Das Typische an der arabischen Astrologie ist die Tatsache, dass man im Laufe seines Lebens von einem Zeichen zum anderen wechseln kann – im Gegensatz zur westlichen Astrologie. Denn das Schicksal und äußere Einflüsse spielen im Leben eine wichtige Rolle. Man kann zum Beispiel nach einer Reihe von Misserfolgen einen sozialen Abstieg erleben und somit in das Zeichen einer „Kurze Waffe“ fallen. Im Umkehrschluss kann man aufsteigen zum Zeichen einer „Langen Waffe“, weil man hart gearbeitet hat oder einflussreiche Personen kennt. Das Leben ist also ein ewiger Kampf, um nach oben zu gelangen oder zumindest stabil zu bleiben.
Deshalb müssen zwei „Zeitpunkte“ errechnet und einer Waffe zugeordnet werden, damit die Entwicklung sichtbar wird:
- Die Geburtswaffe: Diese „Basiswaffe“ gibt Auskunft über den Start im Leben. Sie symbolisiert die Erfolgschancen, die Veranlagung, die Begabungen, die Stärken und Schwächen einer Person zur Zeit ihrer Geburt.
- Die Zielwaffe: Das ist die Waffe, die die aktuelle persönliche Situation zeigt. Ist man auf- oder abgestiegen? Dafür soll man seine soziale Position (Geld spielt hier keine Rolle), sein Erfolg und seine Persönlichkeit betrachten – natürlich immer mit einem klaren Blick und ohne sich etwas vorzumachen.
Wie schon angedeutet, werden die 12 Waffen der arabischen Astrologie in 3 Gruppen eingeteilt, die ich nun näher beschreiben möchte.
Die kurzen Waffen
Messer, Dolch, Sax, arabischer Dolch
Wer in einer Waffe dieser Gruppe geboren ist, ist ein bescheidener Zeitgenosse, der introvertiert ist und wegen seines niedrigen Selbstwertgefühls nur selten die Initiative ergreift oder gar Verantwortung übernimmt. Er versucht weder zu glänzen noch Einfluss auszuüben. Dennoch haben die Vertreter der Kurzen Waffen die Möglichkeit aufzusteigen, wenn sie dafür Hilfe bekommen. Die Mittellangen Waffen sind ihnen durchaus erreichbar, weil sie ihre Cleverness einzusetzen wissen. Der Weg zu den Langen Waffen ist ihnen aber sehr hart und schwierig. Ein Schwert können sie wegen der Vorurteile nicht werden, nur ganz wenige schaffen mit viel Mut und Geschicktheit zur Lanze. Wenn sie aber eine künstlerische Ader haben, können die „Kurzen Waffen“ zum Steinschleuder werden. Es ist dann nicht auszuschließen, dass einige mit ein bisschen Ehrgeiz von Steinschleuder zum Bogen aufsteigen. Kurzum: Die Vertreter der Kurzen Waffen sollten sich nichts vormachen, denn alles wird mit Schwierigkeiten verbunden werden.
Die Mittellangen Waffen
Eisenschlägel, Keule, Axt und Kette
Diese Waffen haben eine etwas längere Reichweite und können von jedermann benutzt werden. Ihre Vertreter gehen ihren Weg sicher, ehrgeizig und mit der Überzeugung, ihre Ziele zu erreichen. Entscheidungen treffen sie erst, nachdem sie alles gut überlegt und die Risiken eingeschätzt haben. Besondere Merkmale sind: Ausgeglichenheit, Besonnenheit, Weisheit und Stabilität. Sie können anfangs als uninteressante Personen erscheinen, aber das trügt, denn sie besitzen viele Werte, die nur sie selbst entfalten können. Sie streben nach mehr Zeit, um sich ihren Durst nach Kultur zu stillen und ihre Reiselust zu befriedigen. Wichtig für die Vertreter der Mittellangen Waffen sind ihr Privatleben und ihren beruflichen Werdegang aber leider schadet das Erfüllen des eines dem anderen. So ergibt sich, dass sie Mittellange Waffe bleiben, statt zu höheren Ebene aufzusteigen. Nur mit großer Mühe können sie zum Schwert werden, besser wäre, dass sie sich als Ziel setzen, zur Lanze aufzusteigen. Viele Mittellange Waffen werden zum Steinschleuder oder zum Bogen. Sie sollten sich auch vor den Kurzen Waffen in Acht nehmen, vor allem vor dem Messer und dem arabischen Dolch, die ihnen böse Überraschungen bereiten könnten.
Die Langen Waffen
Schwert, Lanze, Steinschleuder, Bogen
Diese Waffen haben eine große Reichweite und sind das Symbol der Ausstrahlung. Die Vertreter dieser Waffengruppen sind durchaus selbstsicher, auch wenn ein Steinschleuder oder ein Bogen kurze depressive Phasen durchmachen könnte. Aber diese temporären Depressionen sind lediglich der Ausdruck ihres Perfektionismus. Sie wollen Einfluss ausüben! In der arabischen Astrologie sind diese vier Waffen die höchsten auf der sozialen Leiter – mehr als eine milliardenschwere Kette. Ein Steinschleuder ohne Geld steht über eine reiche Lanze, denn der Steinschleuder – wie der Bogen – erfinderisch und kreativ sind mit vielen Idealen. Man wird nur Steinschleuder oder Bogen, wenn man Talente besitzt. Wenn man als Lange Waffe geboren wurde, sollte man nicht auf seine Lorbeeren ruhen. Vor allem ist Geld der schlimmste Feind. Wenn man für Geld seine Ehrlichkeit verkauft, wird man zur Kette herabgestuft. Korrupte Anwälte, gieriger Arzt oder opportunistischer Künstler sind nur „Ketten“! Vorsicht wird also geboten!
