Die kleinen Arkana – die Vier

Hier ein weiterer Beitrag zum Tarot. Die Vollendung, die Üppigkeit, der Waffenstillstand und die Macht: Das sind die großen Themen des Lebens die die Karte vier, je nach Farbe, in den kleinen Arkana signalisiert. Unter der Rubrik ‚Die Kehrseite‘ stehen die Interpretationen der jeweiligen Karte, wenn diese umgekehrt (sprich auf dem Kopf stehend) gezogen wird.

4 Stäbe – Vollendung – Completion

Thema
Vervollständigung, Vereinigung, Überwindung von Gegensätzen, Urlaub, Heirat

Qualität
Harmonie, die innere Ordnung, Vollendung, innere Erfüllung, Entspannung

Licht
Kontrolle, Konzentration, Stabilität und Zusammenfassung, Feierlichkeiten, ein Freudenfest

Schatten
Arroganz, Hochmut, Selbstüberschätzung, Sinnlosigkeit, Blasphemie

Diese Karte verkörpert das friedvolle und entspannte Landleben sowie die Erholung, Harmonie, Eintracht, Seelenfrieden, Ruhe und Wohlstand sowohl generell und als auch als Ergebnis getaner Arbeit und unternommener Anstrengungen. Nun ist es Zeit die Früchte der Arbeit zu ernten und sorgenfrei zu genießen. Zufriedenheit macht sich breit. Durch die erfolgreich abgeschlossene harte Arbeit, die man unternommen hat, um Pflichten nachzukommen, hat man sich nicht nur eine starke Basis geschaffen, sondern dank der dermaßen positiven Ergebnisse, auch allen Grund zu einem Freudenfest gegeben. Man könne überaus stolz auf seine Leistung sein. Die 4 Stäbe können auch einen Menschen verkünden, der redegewandt ist und Talent zum Schreiben hat.
Die Kehrseite: Wenn diese Karte umgekehrt gezogen wird, bleibt die Bedeutung im Wesentlichen unverändert. Die Karte verkündet eine positive Veränderung, und die Tatsache, dass der Fragende sich auf dem Weg zum Erfolg befindet. Sie verkörpert auch den Wohlstand, die Ruhe und den Erfolg, bloß nicht mehr in solchem Ausmaß als wenn die Karte richtig herum gezogen wird. Trotzdem signalisiert sie weiter Glückseligkeit, Ästhetik, Verschönerung und Zuwachs.

4 Münzen/Scheiben/Pentakel – Macht – Power

Thema
Kontrolle, Sicherheit, Stabilität (Konzentrierung von Kraft), Fixierung

Qualität
Die festigende und alles beherrschende Kraft

Licht
Status, weltliche Macht, Herrschaft

Schatten
Besitzgier, Stagnation, Zwanghaftigkeit, Verbohrtheit, Starrsinn

Die Karte verkörpert das Gefühl der Sicherheit, das man durch den Besitz materieller Güter bekommt. Zu diesem Zeitpunkt hält sich der Fragende an seinen Besitztümern fest: an Gütern, Geschenken, einer Hinterlassenschaft, einem Erbe… Er sitzt fest im Sattel und hat alles unter seiner Kontrolle. Die Karte verkündet zwar den sicheren materiellen Gewinn, den durchschlagenden Erfolg, Macht auf irdischer Ebene, eine Erbschaft, ein Geschenk – aber auch die Tatsache dass, obwohl man das alles bekommt, wird es den Fragenden zu nichts höheren, erhabenen führen. Die Lektion, die man hier lernen muss, ist die: wirkliche Macht kann man nicht durch eine bloße Aufhäufung von Reichtümern erlangen, da materieller Gewinn niemals die Bedürfnis nach Sicherheit in dieser sich schnell verändernden Welt erfüllen kann. Wirkliche Sicherheit kommt von Innen. Dem Fragenden wird nahegelegt, über seine Wertvorstellungen zu reflektieren, insbesondere über das Selbstwertgefühl, weil ausgerechnet diese sind mit die kostbarsten Güter, die man jemals besitzen kann, weil sie einem keiner wegnehmen kann und weil sie nur verschenkt werden können, und zwar durch die eigenen Gedanken und Taten. Man sollte auf der Hut vor Selbstsucht und Besitzgier sein. So kostbar und schön wie die materielle Besitztümer sein können, werden sie einem nicht immer mit Glück bescheren. Die Karte kann auch einen Umzug in einen Nachbarort sowie die Fähigkeit das Heft in der Hand zu halten verkünden.

Die Kehrseite: materieller Verlust, Hindernisse, materielle Rückschläge, Vorurteile, Habsucht, Argwohn, Ungewissheit, Verschwendung, Widerspruch.

4 Kelche – Üppigkeit – Luxury

Thema
Hoffnung, Neubewertung, Fürsorge, emotionale Struktur, Zuwendung

Qualität
Stabilität der Gefühle, seelische Dominanz

Licht
Sicherheit, Beschützerinstinkt, häusliche Ideale

Schatten
die Schonzeit ist vorbei, Besitzergreifende Zuneigung, übertriebene Zuwendung, Apathie, Langeweile

Eine etwas unerfreuliche Karte. Sie bedeutet Überdruss, Müdigkeit, Ekel, Aversionen, eingebildete Ärgernisse, Unzufriedenheit, Langeweile, verpasste Chancen, Freude mit einer kleinen Beimischung von Verdruss. Der Fragende befindet sich in einer Phase der Stagnation und soll eine Neubewertung der Sachen, die ihm Freude und Vergnügen bereiten durchführen. Sollte man unzufrieden mit der Richtung in die sein Leben momentan läuft und mit dem bisher Erreichten unzufrieden sein, dann sollte man sich von seiner Ablenkungen zurückziehen, in sich kehren und über sein Innerstes reflektieren und genauestens prüfen, um einen Einblick zu gewinnen. Die Zeit ist günstig. Nun kann man seine Zukunft tatsächlich nach einer solchen Prüfung und Neubewertung grundlegend verändern. Es wäre aber ratsam, wieder am Gesellschaftsleben teilzunehmen, erst dann wenn man sicher ist, dass man die Verbindung zu den inneren Werten wiederhergestellt hat. Die Karte kann auch eine Phase signalisieren, in der man einen Tunnelblick entwickelt hat, wobei man sich nur auf die eigenen Unzulänglichkeiten fixiert hat. Dem Fragenden wird nahegelegt, von dieser negativen Nabelschau hinweg hoch und herum zu blicken und zu erkennen, dass eine Chance sich weiterzuentwickeln gerade anbietet. Die karte verkündet die Güte, die man von seinem Nachbar erfahren könnte, wenn man es nur an sich heranlassen würde.

Die Kehrseite: Etwas positive: eine neue beziehung (Liebe, Freundschaft) ist möglich. Erwachen von einer Phase innerer Einkehr. Neue Ziele in Sicht, neue Pläne.

4 Schwerter – Waffenruhe – Truce

Thema
Selbsterkenntnis durch Leidenserfahrung, Verfestigung und Stillhalten, Meditation, Erholung

Qualität
Ein schmerzvoller Eingriff mit nachfolgender Erholung, Reflexion, Rückzug, Waffenstillstand, Neuformierung

Licht
Seelenfrieden, Toleranz, Soziale Gerechtigkeit, hellseherische Kräfte, Refugium

Schatten
Isolation, Vereinsamung, zwangsweiser Rückzug (evtl. durch Krankheit)

Die 4 Schwerter verkörpert Wachsamkeit, die Einöde, die Ruhe eines Eremiten, die Ruhe die nach einem Kampf einkehrt, das Exil, das Grab und den Sarg. Sie verkündet das Gefühl, von allem und jedem abgeschnitten zu sein, ein Gefühl der Be- und Entfremdung. Der Fragende sollte diese Aus-Zeit dazu nutzen, seine Zukunftspläne neu zu überdenken, oder bestehende gar zu überwerfen und sich neue einfallen zu lassen. Trotz alledem sollte man seine Ziele nicht aus den Augen verlieren. Auch verkündet die Karte die Auflösung von Spannungen und Ängste sowie die Erlösung von Leiden, ohne eine Todeskarte zu sein. Der Fragende befindet sich zu einem Zeitpunkt, wo er im Begriff ist zu lernen, in sich zu kehren und in sein Innerstes zu schauen, um das was er dort vorfindet, zu begreifen und zu akzeptieren. So kann er Heilung und Erneuerung erlangen. Mitten im augenscheinlichen Chaos des Lebens sollte er nun jegliche ihm gebotene Zuflucht annehmen, um sich selbst zu prüfen und zu reflektieren. Die innere Seele wird einem schon die notwendigen Orientierungshilfen in dieser bitter nötigen Zeit des Rückzugs geben. Diese Karte kann auch die Versöhnung von familiären Differenzen ankündigen.

Die Kehrseite: Etwas dynamischer. Nimm die Gelegenheit, die sich bietet am Schopf! Tolle Chancen bieten sich an, aber sei vorsichtig! Alles kommt endlich wieder in Bewegung.

Einen Kommentar schreiben