Die Tarot-Karte „Das Gericht“

Die Tarot-Karte „Das Gericht“ präsentiert ein atemberaubendes Bild aus dem biblischen Buch der Offenbarung. Umringt von Wolken bläst ein riesiger Engel die Siebte Posaune zum Jüngsten Gericht, wonach sich die Auferstehung der Menschen vollzieht, die in den Himmel kommen. Auf der Karte erheben sich unter dem wolkenumschlungenen Engel im Vordergrund eine Frau (rechts), ein Mann (links) und ihr Kind (in der Mitte, zwischen den Eltern) aus ihren Gräbern. Das Kind steht mit seinem Rücken zu uns gekehrt. An der Posaune weht eine Fahne: ein roter Kreuz auf weißem Grund. Im Hintergrund befinden sich andere Auferstandenen. Alle blicken ehrerbietig gen Himmel. Ihre Körperhaltung drückt Verwunderung, Anbetung und Ekstase aus. Diese Karte verkörpert die Vollendung eines großen Werkes der geistigen Umwandlung, die als Antwort auf eine überirdische Aufforderung stattgefunden hat. Diese Aufforderung tönt und hallt durch die Schöpfung wie die Siebte Posaune zum Jüngsten Gericht, während unsere Antwort darauf in unserem Innersten leise und sachte wie eine geheimnisvolle weiße Rose blüht.

Hinter dem biblischen Symbolismus verbirgt sich einen für Eingeweihten tieferen Sinn – wie bei der Karte „Die Mäßigkeit“ das ewige Leben. Diese Karte der Großen Arkana legt uns an erster Stelle nahe, keine Angst vor die Zukunft zu haben. Obwohl es momentan scheint, dass die Verwirklichung unserer Ziele in weite Ferne rückt, und dass wir uns womöglich auf einem Irrweg befinden, sagt uns die Karte, dass dieser Schein der Wahrheit nicht entspricht, denn wir sind in Wirklichkeit, zumindest für eine Zeit, dazu bestimmt, unsere Ziele zu erreichen. „Das Gericht“ teilt uns außerdem mit, dass es unsere Taten nicht sind, die maßgeblich sind, sondern die Beweggründe hinter diesen Taten und dass wir diese Beweggründe als Basis einer Selbstprüfung nehmen sollten, die nötig ist, um herauszufinden, ob das was wir wollen auch für uns das Richtige ist. „Das Gericht“ kündigt Änderungen auf geistiger Ebene an. Diese so gut wie vorherbestimmte Entwicklungen sind eben das Resultat neuer Selbstkenntnisse, die wir im Laufe eines solchen Selbstfindungsprozesses erlangen. Wir müssen uns aber auf jeden Fall genügend Zeit lassen, um uns selbst zu finden und menschlich weiterzuentwickeln.

Weiter eröffnet uns „Das Gericht“, dass gewisse Geheimnisse ans Licht kommen, und dass wir uns auf diese Enthüllungen vorbereiten sollen. Summa summarum handelt es sich hier aber um eine ‚positive‘ Karte, die vorteilhafte Entwicklungen ankündigt – und zwar in allen Bereichen – sei es im Beruf, in der finanziellen Situation oder bei Freundschaften. In Bezug auf die Liebe deutet es darauf hin, dass wir die Beziehung eher auf einer geistigen als auf einer leidenschaftlich körperlichen Ebene ausleben, und dass wir uns auf einer Etappe befinden, wo wir uns danach sehnen, zu wissen, wohin unser Leben mit dem Menschen, den wir als unseren Lebenspartner betrachten, geht.

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