Geschichtlicher Anfang der Kabbala
Ich hoffe, liebe Blogleser, dass Ihr für eine lange Reise durch die Geschichte der Kabbala bereit seid! OK, dann starten wir mal.
Die Entstehung der jüdischen Mystik fällt zusammen mit der Zeitepoche der großen theosophischen und gnostischen Strömungen in den ersten Jahrhunderten der christlichen Ära. Vom 2. Jahrhundert an bis heute kann man ihre geschichtliche Entwicklung verfolgen. Wie jede andere Form der religiösen Strömungen versucht die Kabbala, die göttliche Offenbarung zu interpretieren mit dem Ziel, durch Wissen oder Erfahrung zur höheren Realität zu gelangen. Dabei soll nicht außer Acht gelassen, dass die Kaballa auch einen Weg zeigt, sich daduch besser zu erkennen – aus der Vergangenheit lernen, um an die Zukunft besser heranzugehen.
Ausgangspunkt der Kabbala ist das mündlich überlieferte jüdische Gesetz, das Moise vom Gott auf dem Berg Sinai erhalten hat. Hier spielen folglich zwei Geheimlehren eine ausschlaggebende Rolle, die sich im direkten Anschluss an das erste Kapitel der Genesis (Schöpfungsgeschichte) und dem Buch Hesekiel mit mystischen Spekulationen beschäftigen:
- Kunde von den Anfangsdingen (hebräisch „Ma’asseh Bereschiht“): Sie kann als eine Art mystische Kosmogonie (aus dem Griechischem = „Weltzeugung“) verstanden werden. Wer die Etappen der Entstehung der Welt und des Menschen kennt, ist auch in der Lage, durch Wissen an die Quelle allen Seins, also Gott, zu gelangen.
- Kunde vom dem Gotteswagen (hebräisch „Ma’asseh Merkaba“): Diese Geheimlehre ist bei weitem einflussreicher als die erste bei der Entstehung der Kabbala. Diese Lehre ist als jüdische Gnosis zu verstehen, also als Weg zum Wissen und zur Erkenntnis.
Das Ziel der mystischen Suche ist das Erkennen der göttlichen Welt. Dazu stehen zwei Werkzeuge zur Verfügung: Die Tora und die hebräische Sprache.
Die Tora ist nicht nur ein Text aus Wörtern und Sätzen sondern die konkrete Offenbarung der göttlichen Weisheit, die von keiner menschlichen Sprache umfassend und vollkommen beschrieben werden kann. Die in der Tora gefassten Gebote sind universelle, für das menschliche Verständnis angepasste Gesetze. Nur wenn man sie befolgt, nimmt man an der kosmischen Harmonie teil.
Die hebräische Sprache spiegelt das spirituelle Wesen des Universums wieder und die Buchstaben sind Elemente der Schöpfung. Erst durch das Verständnis ihres internen Zusammenspiels gelangt man zum Wissen der göttlichen Welt. Die Methode dazu bildet die Gematria, die beispielweise in der Numerologie ihre Anwendung findet.
Ich denke, es war fürs Erste eine Menge Stoff, oder? Deshalb mache ich hier eine Pause, bevor wir uns das nächste Mal die weitere Geschichte der Kabbala näher ansehen.

Am 3. April 2008 um 16:57 Uhr
[...] die mit der Geschichte eng verbunden ist. Als Definitionsversuch könnte man laienhaft sagen: Die Kabbala ist die Methode, durch die der Mensch das göttliche Wissen empfangen hat und diese von Generation [...]