Lenormandkarten

Lenormandkarten: das Erbe einer großen Wahrsagerin

Lenormandkarten sind neben dem Tarot die wohl traditionsreichsten Wahrsagekarten. Ihr Name geht auf die größte Wahrsagerin aller Zeiten zurück: Marie-Anne Lenormand (1772-1843), die als „Sybille von Paris“ zu großer Berühmtheit gelangte. Obwohl sie aus bescheidenen Familienverhältnissen stammte, starb sie dank ihrer außergewöhnlichen Gabe als wohlhabende und angesehene Dame.

Zu ihren vielen Kunden zählten zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten, darunter auch die Revolutionäre Marat und Robespierre, denen sie ihren gewaltsamen Tod prophezeit haben soll. Ihr Ruf war so einzigartig, dass selbst gekrönte Häupter wie Napoleon und der russische Zar Alexander I ihren Rat suchten. Die Voraussagungen der Marie-Anne Lenormand erzielten eine derart hohe Trefferquote, dass sie bis zum heutigen Tage eine Ausnahmeerscheinung geblieben ist, der selbst die moderne Wissenschaft keine Tricks nachweisen konnte.

Für ihre Weissagungen verwendete Sybille von Paris eine Vielzahl an unterschiedlichen Methoden, in erster Linie aber wohl das zu ihrer Zeit in Frankreich weit verbreitete Tarotdeck von Jean Francois Alliette (1738-1791), der unter dem Künstlernamen „Étteilla“ bekannt geworden war, aufgrund dubioser Praktiken aber einen zweifelhaften Ruf genoss. Vieles deutet darauf hin, dass sie die nach ihr benannten Karten nie selbst benutzte, sondern erst kurz vor ihrem Tod entwarf.

Lenormandkarten haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Tarot, zeigen aber abgesehen vom eigentlichen Bild auch meist eine kleine Spielkarte eines französischen Decks. Grundsätzlich unterscheidet man ein so genanntes astromythologisches Deck mit 54 Karten und eine als kleines Deck bezeichnete Variante mit 36 Karten. Das kleine Deck ist heute in einer Vielzahl an optischen Ausprägungen im Umlauf, von denen die „Blaue Eule“ bei uns am bekanntesten ist.

Das Lenormanddeck unterscheidet Personenkarten, Sachkarten und jene Karten, die sowohl Personen als auch Sachen repräsentieren können. Die Aussage ergibt sich aus der Bedeutung der Karten und ihrer Position zu den umliegenden Karten. Wirklich zu deuten vermögen die Lenormandkarten aber nur wahre Kenner.

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