Informieren und unterhalten
Heute werde ich alle überraschen, denn das Thema meines Beitrages ist… Fernsehen! :-)
Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mit diesem Medium sehr wenig Kontakt habe. Da ich nie eine Fernsehzeitschrift kaufe – und mich auch nicht übers Internet darüber informiere – stürze ich mich immer auf gut Glück ins Fernsehgeschehen… Das habe ich wieder am letzten Montag Abend gemacht. Ich versprach mir nichts Besonderes, als die ersten Bilder über meinen Notebook-Bildschirm flatterten… Bei Zappen bin ich aber bei Arte geblieben, denn dort lief einen Themenabend über den ehemaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand.
Zunächst der Film “Letzte Tage im Elysée”. In der Rolle von Mitterrand fand ich der berühmte Schauspieler Michel Bouquet sehr gut. Der Film aber hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt: Zu viele Aspekte der Figur Mitterrand wurde nur kurz und meiner Meinung nach zu oberflächlich angeschnitten. Statt der Nebengeschichte (der Journalist, der die Mémoires Mitterrand schreiben soll, vernachlässigt sein Privatleben… Gäääääähn!) hätte ich, wäre ich der Regisseur gewesen, mehr Zeit für die Liebschaften und Affären Mitterrand genommen – das wäre ja zumindest super spannend und unterhaltsam gewesen! :-) OK, ich gebe zu, dass es unmöglich ist, in einem 110-minütigen Film einen halbwegs kompletten Überblick über das Leben des letzten “Monarchen der Französischen Republik” zu geben. Was ich auch hier in diesem Beitrag auch nicht schaffen werde :-)
Im Anschluss an diesem Film bot Arte einen Dokumentationsfilm über den Staatsmann, der 14 Jahre lang an der Spitze der Republik stand – seit der französischen Revolution hat außer Napoléon III. keiner geschafft, so lange die Grande Nation zu führen. Dieses Portrait war gelungen, denn der rote Faden des Filmes war die multiplen Facetten des Mitterrands – ein Mann mit vielen Charakterzügen, Widersprüchen, Liebesaffären, etc. Und seine Rolle während des Vichy-Regimes. Ein Mann, der sich als absoluter Monarch verstand und lebte… Das ist schon ein besonderer Coup, wenn man bedenkt, er ist zum Staatspräsidenten mit einem sozialistischen Programm gewählt worden! Mitterrand halt :-) Ein Monarch, der in der Geschichte eingehen wollte und dafür sehr viele Bauten in Paris im Auftrag gab, u.a. die Louvre-Pyramide, die Opera Bastille, die National-Bibliothek, die Cité de la Musique, und und und. Ludwig XIV. hat Versailles, Mitterrand hat kulturell gerichtete Bauten. Tja, ob geliebt oder gehasst, Mitterrand hat Spuren hinterlassen! Skandale, Korruption, dunkle Kapitel seines Lebens sind ebenso wenig weg zu denken wie sein außergewöhnlicher Sinn für Freundschaft, Kultur oder die Kunst der Rhetorik! Ohne zu vergessen, dass die Astrologie eine Facette des Monarchen war.
Ich muss sagen, ich habe meinen Fernsehen-Abend genossen! Gut, mit Mitterrand als Themenabend hat der deutsch-französische Sender alle anderen TV-Programme einfach blass aussehen lassen :-)

Am 8. Januar 2008 um 11:15 Uhr
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