Kipperkarten

Neben den Tarotkarten und den Lenormandkarten sind die Kipperkarten sehr beliebte Wahrsagekarten im deutschsprachigen Raum, die aber im französischsprachigen Raum so gut wie unbekannt sind.

Der Ursprung der Kipperkarten bleibt bis heute etwas schleierhaft mangels schriftlicher Beweise. Einige behaupten, die Kipperkarten kämen aus der sog. Kipper- und Wipperzeit (im 17. Jhd.), die meistens aber gehen davon aus, dass diese Karten von Susanne Kipper um 1873 entworfen wurden.

Nun mache ich einen kleinen geschichtlichen Exkurs: Susanne Kipper lebte in Berlin, wo sie die Kunst des Kartenlegens mittels der Zigeunerkarten und der Lenormandkarten erlernt hatte. Sie gelangte einen gewissen Ruhm durch ihre präzisen Vorhersagen. Als sie aber nach München umzog, konnte sie auf einmal das Kartenlegen nicht mehr praktizieren. Die Zigeunerkarten waren wegen des damaligen schlechten Rufs der Zigeuner verpönt. Die Lenormandkarten konnte sie in jener Zeit nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ebenso wenig nutzen, denn man damals alles verabscheuerte, was an Frankreich erinnerte oder aus Frankreich stammte.
Deshalb entschloss sich Susanne Kipper 1873 ihre eigenen Karten zu entwerfen. Interessant ist zu merken, dass München und die Bayerische Landschaft die Graphik der Kipperkarten geprägt haben. Man findet z.B. die Alpen oder Zwiebeltürme auf den einzelnen Abbildungen.

Ferner ist anzumerken, dass man in den Kipperkarten den Einfluß der Lenormandkarten erkennen kann – vor allem durch die klare, einfache Aussage der einzelnen Karten oder durch ihre Anzahl: 36 Karten (6 Personenkarten und 30 Situationskarten). Trotz ihrer zuerst einfachen Aussagen erweisen sich diese Karten als schwierige Karten, die oft zwei- bis dreideutigen Aussagen beinhalten. Das macht insbesondere für Anfänger das richtige Deuten schwieriger, wenn sie die Kipperkarten legen. Zwar gibt es auch Gefühlskarten dabei, aber insgesamt ist es kompliziert, mit Hilfe der Kipperkarten das gegenwärtige oder zukünftige Verhalten einer Person richtig zu deuten. Dafür eignen sich die Tarotkarten viel besser durch ihre Symbolik das Seelische hervorheben. Die Kipperkarten scheinen auf dem ersten Blick einfach zu deutende Karten, aber wer sich damit beschäftigt, wird schnell merken, dass die Aussagen wörtlich nicht zu nehmen sind und vielmehr Platz für Interpretation lassen. Deshalb legen erfahrene Kartenlegen die Kipperkarten mit den Tarotkarten zusammen, um eine bessere Übersicht über die Situation zu bekommen.

Neben den zahlreichen Kartenkombinationen und somit Interpretationen der Kipperkarten sollte man auch die 4 Grundelemente mit einbeziehen.

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