Klimaschutz auf Französisch

Seit dem 15. Juli 2007 finden in Frankreich das sog. “Grenelle de l’environnement”, was auf Deutsch mit “Generalstände für den Klimaschutz“, manchmal mit “Umwelt-Grenelle” übersetzt wird.

Was ist ein “Grenelle”? Seit Mai 1968 bezeichnet Grenelle Spitzengespräche zwischen verschiedenen Organisationen und der Politik. Damals, im Jahre 1968 ging es um Arbeitsrecht. Heute geht es um Klimaschutz.

Diese Generalstände sind in drei Phase unterteilt:
- vom 15. Juli bis Ende September: Ausarbeitung von Vorschlägen
- von Ende September bis Mitte Oktober: Die ausgearbeiteten Themen werden der Zustimmung verschiedener Organisationen vorgestellt
- bis Ende Oktober: Aktionsplan festlegen – was in Zukunft umgesetzt wird.

Ich finde sehr gut, dass das Thema “Umwelt” auch endlich in Frankreich angepackt wird. Lange Zeit war es ein Stiftkind – z.B. Mülltrennung war so gut wie unbekannt. Erst vor nicht langer Zeit sind die unzähligen Plastiktüten, die man en masse an jeder Supermarktkasse erhalten hat, durch Einkaufstüten, die man wieder benutzen kann.

U.a. werden Themen besprochen wie “Klimawandel”, “Erhalt einer gesundheitsfördernden Umwelt”, “Anpassung der Produktionsweise an die Umwelt” oder auch “Schaffung einer ökologischen Demokratie”.

Ich bin sehr gespannt, wie die endgültigen Ergebnisse dieses Grenelle de l’environnement aussehen und umgesetzt werden! Sache ist: Wir alle müssen handeln!

4 Reaktionen zu “Klimaschutz auf Französisch”

  1. Markus Lenk

    Kann dir da nur zustimmen, das es erstens gut ist das auch Frankreich reagiert und das wir alle handeln müssen. Mich fängt diese ganze Klima zwar langsam schon an zu nerven, weil damit jetzt halt auch schon überall versucht wird Geld zu machen. Trotzdem hat es aber eines doch gebracht. Nämlich das einer der größten Umweltsünder, die USA, auch endlich mal damit anfängt sich Gedanken zu machen. Genau wie in Frankreich wird dort kein Müll getrennt, so dass Batterien zusammen mit Essensresten, Plastik, Glas und Papier in einem Mülleimer landen. Und bei über 300 Millionen Einwohnern kann man sich ja vorstellen, was da zusammen kommt.

  2. Christian

    Wie? Wir trennen hier kein Müll? :-)

    Doch – doch. Mülltrennung ist auch Franzosen durchaus bekannt. Anders zwar – ich verzweifel jedesmal an der Frage “gehört das jetzt in ins Recyling – oder nicht?” – aber auch hier wird getrennt, landet dann in China und kommt in Form von Fleecepullovern wieder nach Europa.

  3. Jérôme

    Servus;)
    Ich bin Französe und habe in den 2 letzten Jahre in Wien gewohnt. Und ich habe bemerket, dass die Mülltrennung viel besser organisiert und einfacher in meiner Stadt hier in Frankreich als in der österreichischen Hauptstadt! Aber jede Stadt haben hier ein verschiedenes System, und wir können sowieso nicht wissen, wo die Mülle gehen. In Wien gibt es z.B. die Hundertwasserfabrik in Spitelau, Fernwärme Wien. Und ich finde das sehr gut, Energie mit Mülle zu machen, als Energie verbrauchen, um wieder zu verwerten! In ein paar Jahre wird man bestimmt feststellen, dass es viel besser so ist! Und man muss umdenken: z.B. über Papier. Holz ist ein erneubarer Stoff! Und wilde Wälder atmen keine CO2, im Gegensatz zu ausgenutzte Wälder!!! So warum sollte man Energie und Geld verbrauchen, um Papier wieder zu verwerten. Das Geheimnis liegt in Energieersparung: am wenigste Erdöl (d.h. weniger Auto nicht mehr “saubere” Autos usw) , mehr Kernkraft, wenig Müll (und nicht mehr Mülltrennung!!)…

  4. Christian

    Mein Gott. Ich lieben diesen französichen Akzent. Gesprochen – wie geschrieben.

    Aber … ???? Mehr Kernkraft fordern, und das auf einem deutschsprachigen Blog. :-) Kernkraft ist keine Alternative. Zunächst ist der Rohstoff Uranium nun auch mal erschöpfbar, und einfach nicht 100%ig zu kontrollieren. Unfälle und Misbrauch gab es, und wird es auch wieder geben.

    Recht hast Du. Das Geheimnis liegt in der Energieeinsparung. Die ist am schnellsten umzusetzen, spart CO2 sowie Geld. Die einzige Alternative zur Energiegewinnung ist die regenerative Energie, ob Wind, Wasser, Sonnenenergie und Biomasse. Auch wenn sie den Energiebedarf nicht zu 100 % – nach heutigem Stand – decken kann, ist sie die einzige Möglichkeit. Island macht es vor, und will innerhalb einiger Jahre komplett auf Erdöl & Co. verzichten. Nun hat Island mit der Erdwärme natürlich mehr Möglichkeiten, und Frankreich oder Deutschland können das so schnell nicht schaffen. Aber als Vorbild sollte Island durchaus dienen.

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