Nie wieder ein Hund …

… habe ich mir in den letzten Monaten immer wieder gesagt. Mitte November ist meine Hündin  nach einem epileptischen Anfall verstorben. Für ein neues Tier bin ich nicht bereit gewesen, es war einfach zu früh. Wie gesagt WAR … 

Samstag bin ich – eher zufällig – in einem Tierheim gewesen. Die Zustände dort waren katastrophal. Tiere werden dort regelrecht „abgeladen“ und „entsorgt“. In Frankreich ist die Gemeinde, in der ein Tier aufgefunden wird, verpflichtet die Kosten hierfür für einen Monat zu übernehmen. Werden danach von der Gemeinde die Zahlungen eingestellt – und das ist nahe immer der Fall – werden die Tiere eingeschläfert. Ein Hunde oder eine Katze verkommt somit endgültig zur Ware. Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein – ohne mich im Ton zu vergreifen. 

Ungefähr 2 Stunden von hier entfernt, gibt es einen deutsch-französischen Tierschutzverein, der versucht solche Tiere vor der Todesspritze zu retten. Eigentlich ein Kampf gegen Windmühlen. Der Masse an ausgesetzten Katzen und Hunden ist so schnell niemand gewachsen. Ich liebe Frankreich, samt seinen – in deutschen Augen – Absonderlichkeiten, die ich zu akzeptieren und mögen gelernt habe. Aber das? Was kostet es einen Hund zu betreuen? Sind die notwendigen 50 – 100 Euro zuviel verlangt? 

Was Hunde – oder Tiere im Allgemeinen – betrifft, habe ich sicherlich ein etwas zu weiches Herz. Läuft mir ein Hund über den Weg, bringe ich es nicht über mich ich weiterzuschicken. Angefahrene Wildtiere, habe ich schon stundenlang durch Frankreich gefahren, um sie bei einer Auffangstation für Wildtiere unterzubringen. 

Und nun das. Herkules. Kurz davor „die Spritze“ zu erhalten. Ein dreijähriger Deutsch Kurzhaarmischling, den ich kurzerhand mitgenommen habe. Anfänglich hatte ich Bedenken, einen Hund aus einem Tierheim aufzunehmen. Man kennt die Vorgeschichte nicht – und was immer so einem Lebewesen widerfahren ist. Dies „geradezubiegen“ ist ein langer Prozess, samt Risiken und Nebenwirkungen. 

Herkules ist nun seit 2 Tagen bei mir. Einen „dankbareren Hunde“ habe ich noch nie erlebt, meine anfänglichen Bedenken sind verschwunden. Es ist schön Herkules dabei zu beobachten, wie er das Leben wieder entdeckt. Die extreme Anhänglichkeit ist – nachdem was ich zu sehen bekam – verständlich. Ich hoffe aber dass sich das legen wird, und Herkules ein „normaler“ Hund wird, und seine Schreckhaftigkeit verliert. „Idiotischerweise“ beschleicht mich dann und wann das Gefühl meine „Solli“ zu betrügen, und das schlechte Gewissen macht sich bemerkbar. Aber Herkules konnte ich einfach nicht zurücklassen, ohne was zu unternehmen ….

3 Reaktionen zu “Nie wieder ein Hund …”

  1. Marion

    Dir und Herkules wünsche ich ein langjähriges Zusammensein! Ich weiss aus eigener Erfahrung wie weh es tut, ein Tier leiden zu sehen und doch nicht helfen zu können!

  2. Jörg

    Solli sieht das nicht so..aber ich kann mir vorstellen was du meinst. Aber sie wirst du immer im Herzen tragen. Schön das du einen Hund gerettet hast.

  3. Astrologen24 - Astroportale » Blog Archiv » Wie finde ich den perfekten Hund?

    [...] nicht feiern. Je näher der Geburtstag jedoch kommt, und je mehr ich mich mit dem Thema „Hund“ befasse, kommt langsam in mir das Gefühl hoch „Vielleicht klappt es ja doch!!“. Nicht [...]

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