Ohrenkerzen
Haben Sie schon einmal von einer therapeutischen Anwendung mit Ohrenkerzen gehört? Mir war dieses Thema ganz neu, als ich beim Stöbern im Internet auf dieses Verfahren aufmerksam wurde.
Erfunden wurde diese alternative Heilmethode von den Hopi-Indianern. Sie basiert auf einem einfachen Prinzip: durch das Anstecken der Kerze entsteht im Kerzeninneren ein Unterdruck, im Ohr selber jedoch ein Überdruck. Durch diesen Druck entsteht ein Sog, ähnlich wie bei Kaminen. Die Wellen, die hierdurch verursacht werden, massieren das Trommelfell und entspannen den ganzen Körper.
Ohrenkerzen können auf vielfältige Art und Weise angewendet werden, wobei jeder Benutzer im Laufe der Zeit selber seine Vorlieben entwickeln sollte. Die Anwendung sollte aus Sicherheitsgründen immer in Begleitung einer weiteren, erwachsenen Person stattfinden und nur dann, wenn Sie Lust darauf haben. Es liegt ganz an Ihnen, ob Sie die Ohrenkerzen wöchentlich oder monatlich anwenden wollen.
Ganz wichtig ist es, dass Sie sich nach jeder Behandlung genügend Zeit zum Ausruhen nehmen. Deswegen ist eine Anwendung am Abend sinnvoll. Auch sollte sichergestellt sein, dass in dem Raum, wo Sie Ihre Anwendung durchführen, kein Durchzug ist, denn sonst kann die Kerze nicht richtig brennen. Wenn Ihr Ohr geschädigt ist, sollten Sie vor der ersten Anwendung einen Ohrenarzt oder Therapeuten befragen. Sie sollten keine Verletzung des Trommelfells haben.
Wie funktioniert das genau? Zum Einführen sollten Sie Ihren Kopf möglichst gerade halten. Ein Spiegel kann dabei sehr nützlich sein. Ihre Begleitperson sollte darauf achten, dass die Kerze gerade abbrennt und dass Sie nicht einschlafen! Dann zünden Sie die Ohrenkerze am dickeren Ende an. Am besten, Sie führen die Kerze selber ein und achten darauf, dass der Gehörgang dicht ist, damit kein Rauch entweichen kann. Sie sollten darauf achten, dass die Kerze nach oben zeigt, so dass sie gleichmäßig brennen kann.
Wenn die Kerze ungefähr zur Hälfte abgebrannt ist, lassen Sie bitte nachsehen, ob sie noch durchgängig ist, indem man überprüft, ob aus dem unteren Ende noch Rauch entweicht. Ist dies der Fall, ist die Kerze in Ordnung. Ist dies nicht mehr der Fall, können Sie mit einem Stäbchen die Kerze durchstoßen, um Kondensationsrückstände zu entfernen. Damit wird der Durchgang wieder frei und die Kerze kann zum zweiten Mal eingeführt werden. Anschließend, wenn die Kerze zum Drittel abgebrannt ist, müssen Ablagerungen am Gehörgang entfernt werden. Lassen Sie die Ohrenkerze nie weiter als bis zur Sicherheitsmarkierung abbrennen und löschen Sie sie in einem Glas Wasser.
Nach der Behandlung können Sie das Röhrchen aufschneiden um nachzusehen, was in Ihrem Ohr war. Meistens ist es ein gelbliches Kondensat, das aussieht wie eine braune Nuss. Die Behandlungsdauer beträgt ungefähr 15 Minuten. Nach einer Pause können Sie die Behandlung am anderen Ohr wiederholen.
Die Ohrenkerzen wirken auf physikalischer Basis. Durch den Unterdruck und die Vibrationswellen, die durch die Flamme entstehen, wird das Trommelfell sanft massiert. Sie spüren eine angenehme Wärme, die als befreiend im Ohr,- Stirn und Nebenhöhlenbereich empfunden wird.
Eine Anwendung mit Ohrenkerzen soll keine ärztliche oder therapeutische Behandlung ersetzen, aber kann alle Behandlungs- und Therapieformen unterstützen, ähnlich wie dies bei Reiki-Anwendungen der Fall ist.
