Ooooooleeeeé

Gestern, Sonntag, fand in der Stierkampfarena Barcelonas einer der lang erwarteten Stierkämpfe statt. José Tomás, einer der erfolgreichsten Toreros der Geschichte, tritt nach fünfjähriger Pause wieder gegen einen Stier an. Es gab dieses Mal eine große Polemik, da dieser große Kampf im katalanischen Barcelona stattfand, eine Stadt, die sich nicht mit dieser spanischen Tradition identifiziert. Und daher fanden gestern auch Demonstrationen gegen den Stierkampf mit dem Lemma „Torture is not culture“ statt: viele (wie ich) sind nicht damit einverstanden, dass man aus Spaß ein Tier quälen sollte. Interessant ist auch, dass sich mehr als 17.000 der 19.000 Eintrittskarten außerhalb Kataloniens verkauft haben. Der Katalane hat einfach nichts mit dieser spanischen mittelalterlichen Tradition. Ich respektiere gerne die Traditionen der verschiedenen Länder und Kulturen, finde aber eben im Fall des Stierkampfes die Frage des Tierschutzes problematisch. Das Symbol des Stieres wird sehr mit der spanischen Nation in Verbindung gebracht, bedauerlicherweise auch mit Katalonien, obwohl dieser Brauch dort keine Tradition hat. Deshalb stört es mich auch besonders, wenn jemand meine Herkunft (Barcelona) gleich mit Stieren und Stierkampf assoziiert: so ist es mir in den USA passiert. Bei meiner Einreise nach Los Angeles wurde ich bei der Passkontrolle länger als eine Stunde befragt, nachdem ich das Wort „Bullfighter“ nicht richtig verstanden hatte. Der junge Amerikaner war gerade aus seinem Spanienurlaub zurückgekommen, wo ihn wohl ein Stierkampf sehr begeistert hatte. Er zweifelte an meiner Herkunft, stellte zahlreiche weitere Fragen und untersuchte alle meine Taschen; und das war noch vor 9/11, wer weiß, wie lange man mich danach befragt hätte….

Demonstration

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