Reiki 2
Man sagt, dass Mikao Usui in seiner Jugend eine Suche nach einer speziellen, spirituellen Heilmethode begann. Folglich studierte er Bücher und Schriften über Heilkunde aus aller Herren Ländern. Als er meinte, mit seinen Forschungen nicht weiter zu kommen, begab er sich zur Fastenmeditation auf dem heiligen Berg Kurama bei Kyoto, wo er, wie im letzten Blog beschrieben, im Laufe eines satori – eines Erleuchtungserlebnis – die Reiki Einweihung vom Universum bekam.
Obwohl es noch ungeklärt ist, auf welche religiöse oder philosophische Einflüsse Reike letzendlich direkt zurückzuführen ist, kann man eine oberflächliche Ähnlichkeit zum chinesischen Daoismus (chin. dàojiào – die Lehre des Weges) feststellen. Der Daomismus war einer der drei Lehren (zusammen mit Konfuzianismus und Buddhismus) die China maßgeblich prägten. Vom Daoismus übernahm Usui die Lehre vom qi – der Lebensenergie und wesentliche Züge aus der Tradition der Körper-und Geisteskultivierung dieser religion, die mit Atemkontrolle und anderen meditativen und visualisierenden Techniken basieren.
Form und Namen der Reiki-Symbolen wiederum stammen zum Teil aus buddhistischen Philosophien. Usui selber war Anhänger des Tendai Buddhismus, eine japanische Strömung dieser Religion, die sich integrativ mit Aspekten der japanischen Kultur befasste, wie z.B. mit dem Shintoismus (der urjapanischen animistisch angehauchten Naturreligion) und traditioneller japanischen Ästhetik. Wichtig für Tendai Buddhismus ist der Glaube, dass alle Wesen des Universums die Fähigkeit besitzen ‚Buddhatum‘ – den erleuchteten Zustand eines Buddhas – zu erlangen. demnach in Reiki der besondere Status eines Eingeweihten, der einen Draht zu einem höheren überirdischen Ebene mit der Einweihung bekommt. Auch legt Tendai Buddhismus großen Wert auf esoterische Ritualen – wie eben später Reiki.
Ferner war Usui ein großer Bewunderer des aufgeklärten und visionären japanischen Kaisers Meiji (Mutsuhito-Tenno), der unter seiner Herrschaft die Modernisierung Japans einleitete, wodurch sein Land zu einer Industrie- und Weltmacht aufstieg. Er schaffte das alte Feudalsystem ab und führte öffentliche staatliche Schulen und das gregorianische Kalender ein. Sein größter Beitrag zur Modernisierung Japans war die Inkraftsetzung einer Verfassung im Jahre 1889. Der geläuterte Kaiser verfasste ein beachtliches literarisches Oeuvre, dessen ethische Prinzipien Usui in dem ‚Gokai‘ – die fünf Reiki Konzepte zusammenfasste.
Usuis große Vermächtnis ist die Erkenntnis, dass ein Mensch sein Leben widmen sollte, an den Dingen zu arbeiten, die man verbessern könne und die Dinge zu akzeptieren, die man nicht ändern könne – ähnlich wie im Buddhismus. Als Hilfestellung verfasste er die folgenden fünf Konzepte (auch fünf Prinzipien genannt) – Usuis Botschaft an die Welt!
„1. Die geheime Kunst das Glück ins Leben einzuladen
2. Die wunderbare Medizin für sämtliche Krankheiten
3. Wenigstens heute – sorge dich nicht, ärgere dich nicht, Arbeite in Dankbarkeit, sei freundlich und gütig zu allen.
4. Falte die Hände jeden Morgen und Abend in Meditation in der Gashô Position (Handfläche an Handfläche) und bete von Herzen – sprich diese Worte des Gokai.
5. Denke mit deinem Geist und spreche mit deinem Mund.
All dies tue zur Verbesserung und Weiterentwicklung von Körper und Seele.
Usui-Reiki-Ryôhô – vom Grunder Mikao Usui“
