The Kranich adventure

Das Ganze fing harmlos an, als ich Anfang letzter Woche eine verlockende Einladung bekam: Ein 3-tägiges Wochenende (08.-10.09.06) in Südfrankreich – genauer gesagt zwischen Marseille und Cassis. Die Organisation lief reibungslos: Mein Chef unterschrieb sofort meinen Urlaubsantrag für den Freitag, die restliche Planung war ein Kinderspiel. Nun stand nichts mehr im Wege für ein schönes Wochenende im südfranzösischen Gefilde.

Damals erahnte ich ja noch nichts von dem, was ich erleben werde! Denn der Iron-Man oder der Paris-Dakar oder gar solche Abenteuer-Angebote verschiedener Zigarettenmarken in Kinowerbespots sind nichts im Vergleich dazu, was ich am letzten Wochenende erleben durfte: The Kranich adventure!

Liebe Webblog-Leser, seid Ihr bereit? Ich möchte hier Euch die Chronologie meines persönlichen Kranich adventure berichten! Let’s go! :-)

Letzten Freitag also fuhr ich gegen 11h30 zum Düsseldorfer Flughafen mit dem festen Entschluss, meinen tagelang ersehnten Kurztrip endlich anzutreten. Da hätte ich schon mal etwas ahnen sollen, als ich am Lufthansa-Schalter erfuhr, dass mein Flug Düsseldorf – Marseille um eine Stunde verschoben wurde. Indem ich im „romantischen“ Warteraum geduldig wartete, fragte ich mich dennoch, ob Herr Mehdorn kurzerhand vom Vorstand der Deutschen Bahn AG zu dem der Lufthansa AG gewechselt wäre… :-)

Irgendwann kam auch die Maschine aus Marseille an, es dauerte nicht mehr lange, bis sie startklar wurde. Der Start der Maschine, die zwischen beiden Städten tagein tagaus pendelt, wurde aus Sicherheitsgründen wegen extrem böigen Mistrals verschoben. Gut, eine Stunde weniger in meiner Heimat, das werde ich wohl verkraften können… und das tat ich auch! :-) Der Flug war ruhig, die Alpen boten sich von ihrer besten Seite und anschließend die sonnengebadete Provence. Das entschädigte mich vollkommen von der Verspätung…

Kaum in Marseille gelandet, stützte ich mich ins week end feeling.

Sonntag Abend kam ich am Aéroport Marseille-Provence an und war schon tot traurig, dass das Wochenende so schnell vorbei war. Vor dem Lufthansa-Schalter „Francfort – Vol LH4355 – Départ 19h20“ hatte sich eine so lange Schlange gebildet, dass sie sich mit der Schlange des gegenüberliegenden „Marrakesch-Schalter“ (von Air France) fröhlich vermischte. Alain, bloß keinen Fehler machen sonst landest Du heute noch in Marokko, dachte ich amüsiert :-) Auf einmal las ich auf dem „Francfort-Monitor“, dass mein Flug um voraussichtlich 1h30 verschoben wurde. Diesmal war es klar: Herr Mehdorn ist jetzt der Kranich-Hauptling! Kein Zweifel mehr! Ich muss mich sofort darüber informieren, sobald ich auf deutschem Boden bin!

Tatkräftig unterstützt von meiner Begleitung suchten wir einen Ausweg aus dieser Misère zu finden. Keine Chance: Ob über München oder Paris, alle Flüge waren hoffnungslos voll. Mir blieb nichts anderes übrig, als den Flug „Kranich 4355“ nach Frankfurt zu nehmen, wohlwissend dass der Anschluss nach Düsseldorf ohne mich starten wird. Oder doch lieber über Marokko? :-)

Tja, da stand ich da, nur mit der Gewissheit, dass dieser Rückflug nicht leicht wird J Ich ging zuerst mal essen. Zeit dafür hatte ich auf einmal zu Genüge. Viel zu früh, ich wusste es ja, ging ich zur „salle d’embarquement“ und machte es mir auf einem Sessel nicht weit vom Gate A24 „Francfort – LH4355 – départ 19h20 – vol retardé de 02h00“ bequem. In der Zwischenzeit hatte nämlich die Verspätung noch 30 Minuten zugenommen (Oh, la gourmande!). Ach was, wen wundert’s noch? :-) Zum Glück hatte ich einen Roman dabei, denn ich konnte mir diese Magazine der Airlines mit tatsächlich fliegenden Gästen nicht mehr anschauen.

Ich hatte längst jedes Zeitgefühl verloren, als zwei Mitarbeiter vom Flughafen uns Getränke (Geschenk des Kranichs) spendierten. Die Wahl war reichlich und die Geste hätte sogar ein Minoru Tominaga, seines Zeichens japanischer Servicewüste-Bekrieger, selbst begeistert! Die beiden Mitarbeiter waren sehr guter Laune und rissen Witze über die „Lüftanssa“. Einer davon – hier leider ohne den originalen „accent marseillais“:

  • La Lüftanssa est la seule compagnie où les passagers n’ont pas besoin de bas de compression pendant le vol, ils les ont déjà enfilés en salle d’embarquement! (Die Lufthansa ist die einzige Fluggesellschaft, bei der kein Gast während des Fluges nach Stützstrümpfen fragt , denn diese hat er schon im Warteraum angezogen!).

Genau 2h20 nach Plan startete „Kranisch 4355“ gen Frankfurt. Kurz darauf reichte mir eine hübsche Flugbegleiterin ein Stück Gastronomie meiner Wahlheimat (´ne Scheibe Brot mit Käse und ´n Bier), 10.000 Meter über der Provence. Ach, wie schön ist Europa :-) Während meiner Verschmaus-Pause erklärte man uns per Lautsprecher, worauf die Verspätung diesmal zurückzuführen ist: „Sehr geehrte Damen und Herren, hier spricht Andreas X. Wir möchten uns bei Ihnen entschuldigen, dass dieser Flug verspätet ist. Dies liegt daran, dass wir in Frankfurt startklar waren, als eine technische Störung festgestellt wurde. Es hat leider gedauert, bis eine andere Maschine bereit gestellt wurde und Passagiere samt Gepäck gewechselt hatten“. Startklar?… technische Störung??…

Keine 3 Minuten später richtete Andreas X. wieder das Wort an uns, um mitzuteilen, dass wir in eine Gewitterzone geraten und somit gezwungen sind, einen größeren Umweg zu machen, um sicher in Frankfurt zu landen.

Also, heute bietet The Kranich Adventure richtig was! :-) Gut, ich soll aber auch fair bleiben. Ich ziehe die Lufthansa durch den Kakao aber es gab auch positive Punkte:

Kaum in Frankfurt angekommen, wurden wir alle gut betreut – jeder der „auf morgen früh Umgebuchten“ bekam schnell ein Hotelzimmer für die Übernachtung. Ich hatte Glück in diesem Spiel: Ich habe durch diese Verspätung eine Übernachtung im Steigenberger Frankfurt Airport Hotel gewonnen – Zimmer 5.21 :-)

Am nächsten Morgen – eigentlich noch mitten in der Nacht – wartete ein Shuttle-Bus, der uns ratz fatz zum Terminal stressfrei befördert hat.

Diesmal war der Flug LH800 pünktlich – Boarding um 06h05… Ankunft in Düsseldorf um 07.20. Leider gab es „nur“ ein Kaffee, ich hätte zu solch einer unchristlichen Stunde ein Brötchen vertragen können… Denn ich konnte im Steigenberger das „Kontinental“-Frühstück nicht genießen, da das Büffet eröffnete, erst als ich am Boarding-Schalter stand. Dafür habe ich mir, als ich endlich nach Hause kam, ein schönes Frühstück in der Sonne auf dem Balkon gegönnt :-) Ach ja, noch was: Heute morgen gab’s in der Presse nichts über einen Wechsel von Herrn Mehdorn zur LH AG… Nur was über Schumi…^

Danke, Herr Mayrhuber, dass ich am Wochenende am Kranich Adventure teilnehmen durfte! :-)

Nun weiß ich, was die Lufthansa AG unter „More“ in „Miles & More“ meint :-)

Nun habe ich in diesem Jahr noch 3-4 Urlaubstage zu nehmen… Was für ein neues Kranich Adventure könnte ich mir denn noch gönnen. Habt Ihr Vorschläge, liebe Webblog-Leser? :-)

Kraniche Grüße

Euer Alain

3 Reaktionen zu “The Kranich adventure”

  1. info

    Zur Beruhigung an alle Leser – Alain ist gesund und in einem Stück angekommen. Wie so oft im Leben – findet auch hier seine Gültigkeit – wichtig ist was am Ende dabei rauskommt. Lieber später als nie ankommen, und durch die Gewitterfront fliegen oder eventuell die technische Störung waehrend des Fluges feststellen? Dann doch lieber Trombosestrümpfe Alain – oder? Ansonsten hat Alain sich wirklich Mühe gegeben – und nur der geübte Leser und “Alainkenner” liest hier den bretonischen Akzent heraus. Was aber – Gott sei Dank – hoffentlich auch weiterhin bleibt ist der gesprochene Akzent, den niemand missen möchte. Und ein herzliches Dankeschön an die Deutsche Lufthansa, dass Sie uns Alain gesund und munter ans Mittelmeer und wieder zurück an den Rhein gebracht haben. Merci.

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