Vom Miteinander

Heute morgen ist mir bei der morgendlichen Lektüre der Tageszeitung Le Monde ein kleiner Artikel ins Auge gefallen. Gerade mal 15 Zeilen lang – stand in der Überschrift “salearabe”. “Sale” heisst nichts anderes als “dreckig” – “arabe” heisst “Araber“.

Was ist passiert? Der in Frankreich wohnhafte und aus Marokko stammenden Werkstattbesitzer Mohamed Zaidi bestellte bei der France Telecom Tochter Orange einen Internetzugang, und erhielt für die Freischaltung o.a. Passwort zugeteilt. Zur Zeit forscht man wohl noch, wie es genau dazu kommen konnte und das offizielle Bedauern dieses Vorfalles wurde jedenfalls zum Ausdruck gebracht.

Meine Welt ist das nicht. Jegliche Form von diskriminierenden Äusserungen sind mir zuwider. Der eben geschilderte Vorfall ist sicherlich kein rein französisches Phänomen, noch ist dies auf Deutschland beschränkt.

Was bringt Menschen dazu so zu reagieren? Warum bringen wir gesamte Bevölkerungsgruppen, Angehörige anderer Religionen oder Nationen mit solchen Begriffen in Verbindung?

Beschäftigt man sich ein wenig mit dem Begriff “Araber” – stelle ich persönlich (vielleicht ist dies sehr subjektiv) fest, das man den Eindruck gewinnen könnte das dieses Wort mit Terror und Terrorismus gleichgesetzt wird. Unlängst wurde eine Umfrage veröffentlicht das 20 % der Moslems tendenziell gewaltbereit wären? Wie diese Umfrage zustandegekommen ist, konnte ich leider nicht herausfinden. Wer diese in Auftrag gegeben hat, welche Frage genau gestellt wurden, wann diese Umfrage stattfand … ist mir schleierhaft.

Zunächst einmal ist hinlänglich bekannt, das Umfrageergebnisse ohne den genauen Hintergrundwissen über das WO? WIE? und WANN? mit äusserster Vorsicht genossen werden müssen. Desweiteren stelle ich mir persönlich die Frage – was ist denn noch aus der Umfrage herausgekommen? Wurden auch Deutsche befragt, ob Sie anderen Bevölkerungsgruppen gegenüber potentiell gewaltbereit wären? Welcher Prozentsatz kam denn da bei heraus? Oder wurden Deutsche hier nicht befragt?

Wie auch immer. Ohne genauere Informationen über diese Umfrage, verschwende ich keinen Gedanken daran. Allerdings fällt mir auf das solche Meldungen häufig im Zusammenhang auftauchen, wenn versucht wird Gesetze mit dem Argument der Terrorbekämpfung durchzusetzen. Und das passiert nicht nur in Deutschland.

Vor einigen Tagen wurde auf ARTE TV eine Dokumentation gezeigt – Spanien unter dem Halbmond. Die in den USA produzierte Sendung beschäftigte sich damit was unter arabischen Herrschaft vor über 1.000 Jahren in Spanien geschah. 

In dieser Zeit entwickelte sich eine Periode blühender Kultur und beispielhafter Toleranz zwischen Muslimen, Juden und Christen.

Richtig gelesen. Vor über 1.000 Jahren lebten Araber, Juden und Christen in Spanien friedlich miteinander – und das unter arabischer Herrschaft. Und das ist heute – nach so langer Zeit nicht hinzukriegen? In einer Zeit der Aufklärung und Moderne?

Ich bin nicht bibelfest. Aber das Christentum und der Islam sind generell Relgionen die Frieden predigen und Gewalt ablehnen. Beiden haben wir Jesus gemeinsam – der Bestandteil der islamischen und christlichen Religion ist – und dessen  Geburt wir Montag feiern.

Ihnen und uns allen wünsche ich ein friedvolles und besinnliches Weihnachtsfest.

4 Reaktionen zu “Vom Miteinander”

  1. chris

    es sollte nicht immer überreagiert werden. wenn jemand lustige kanzlerin-bilder ins netz stellt würden wir doch auch nur drüber lachen. sollten einfach alle mal etwas lockerer werden – meine meinung.

  2. Corinna

    Diese Ausländerfeindlichkeit die man uns Deutschen gerne mal anhängt ist beileibe kein rein deutsches POroblem. Dieser Fall in Frankreich hat es wieder einmal bewiesen und es gibt noch zig solcher Fälle übnerall auf der Welt.

  3. Sozialnetz

    Man sollte nie vergessen, dass Juden, Christen und Moslime tatsächlich zum gleichen Gott beten.

  4. Astrologen24 - Astroportale » Blog Archiv » Guter Vorsatz für 2008

    [...] ausgesucht: viele Prominente haben eine Erklärung unterschrieben, dass sie im Jahr 2008 mehr Toleranz [...]

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