VIVA CUBA !!!
In der letzten Woche habe ich mit dem Text zur Ermordung Kennedys das Thema Kuba angeschnitten. Dabei ist mir eine Anekdote eingefallen, die ich bei meiner Reise durch Kuba erlebt habe, mittlerweile schon über ein Jahr her. Zwei Wochen sind wir dort gereist und haben immer in den so genannten “Casas Particulares” übernachtet (das sind private Wohnungen von Kubanern, die Touristen aufnehmen dürfen und ihr „Taschengeld“ damit etwas aufbessern können, bekommen ja Dollars von den Touris, die natürlich vielmehr wert sind als die kubanischen Pesos….). Das ist auf jeden Fall die spannendste Art und Weise eines der letzten sozialistischen Länder zu bereisen. Die Kubaner erzählen gerne viel, und mit den Touristen fühlen sie sich frei, ihre Probleme, Sorgen und auch gerne mal regierungsfeindlichen Meinungen auszudrücken. Der Tourist dürfte ja kein Spitzel sein! Die einen sehen Fidel wie einen Vater, andere wie einen Diktator… Ganz egal, wie sie zu der Regierung stehen, alle sind sehr offen und bemühen sich herzlich um das Wohl des Besuchers. Für einen kleinen Aufpreis kann man auch bei der Familie essen, und in einer unserer ersten Stationen machte mir der Hausherr ein Langustenmenü schmackhaft. Ich wusste aber nicht, dass es verboten war, Touristen solche Luxusgüter in einer „Casa particular“ anzubieten. Ich hatte also gerade mit dem Schlemmen begonnen, da schellte es an der Tür. Der Hausherr brach sofort in Panik aus, ließ mich noch einen letzten Bissen von meiner Languste nehmen, entriss mir dann den Teller, warf alles in den Müll und bat uns, bei Fragen unschuldige Gesichter zu machen (meine Freundin hatte zu ihrem Glück nur Hühnchen bestellt und durfte das weiter essen). Alles war dann falscher Alarm, keine Kontrolle, zum Glück waren da mit vollem Mund ja noch die letzten Reste meiner wertvollen Languste…
